„Die orangene Gefahr – Die Holländer kommen“ ist das erste deutschsprachige Programm des niederländischen Kabarettisten Patrick Nederkoorn. Am Samstag, 29. März, ist er ab 20 Uhr im Reeser Bürgerhaus zu Gast und fragt: Was passiert, wenn der Meeresspiegel ansteigt und irgendwann 17 Millionen orangefarbene Klimaflüchtlinge mit ihren Wohnwagen nach Deutschland rollen? Sind die Deutschen bereit, ihre geliebten Nachbarn aufzunehmen? Doch vorab galt es, andere Fragen zu beantworten.
Herr Nederkoorn, um gleich zu Beginn alle Niederlande-Klischees abzuarbeiten: Wie oft verreisen Sie mit Ihrem Wohnwagen?
PATRICK NEDERKOORN: Die meisten Deutschen wissen nicht, dass es in ihrem eigenen Land viel mehr Wohnwagen gibt als bei uns. Aber ich verstehe, dass unsere leuchtend gelben Nummernschilder sehr auffällig sind, besonders auf der linken Spur. Ich persönlich versuche, bei jedem Auftritt eine Übernachtungsadresse zu finden, so dass mein Wohnwagen normalerweise zu Hause bleibt.
Welchen Anteil an Ihrer Ernährung haben Käse, Frittiertes, Frikandel und Vla?
NEDERKOORN: Naja, die niederländische Küche ist auch ein Grund für mich, oft in Deutschland aufzutreten. Auf jeden Fall nehme ich alles aus diese Frage mit zum Auftritt in Rees und schenke es an die gastfreundlichste Person im Publikum.
Tragen Sie oft Holzschuhe? Auch beim Radfahren?
NEDERKOORN: Heutzutage gibt es auch niederländische Fahrräder aus Holz! Ohne die Reifen natürlich. Sehr gut für die Umwelt!
Welche Vorurteile über die Deutschen wurden Ihnen in Ihrer Kindheit mit auf den Weg gegeben?
NEDERKOORN: Dass die Deutschen ernste Menschen sind. Aber zum Glück habe ich bei meinen Auftritten das Gegenteil erfahren! Ich glaube sogar, dass die Deutschen letztendlich viel offener sind als die Niederländer. Ich liebe es, herauszufinden, warum das Klischee etwas anderes besagt.
Was werden wir früher erleben? Die Klimakatastrophe oder den WM-Sieg der niederländischen Fußball-Nationalmannschaft?
NEDERKOORN: Ah, das ist eine gemeine Frage! Leider erfahren wird die Folge des Klimawandels heute schon. Ich brauche nur das Ahrtal zu nennen. Eines ist sicher: Wenn die Klimakatastrophe einen wirklich großen Anstieg des Meeresspiegels verursacht, dann werden die Niederlande die WM niemals gewinnen.
Wenn sich die niederländischen Klimaflüchtlinge ein Bundesland aussuchen dürften: Welches wäre das?
NEDERKOORN: Für uns wäre es am einfachsten, ins Sauerland zu gehen. Denn dort sind wir schon regelmäßig. Aber ob die Menschen dort auf uns warten? Ansonsten denke ich: Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Schade nur, dass diese Bundesländer durch das Meer und die Flüsse selbst auch sehr verwundbar sind durch den Klimawandel.
Auf Ihrem Tourplakat steht Ihnen das Wasser bis zum Bauchnabel. In welchem Weltmeer entstand dieses Foto?
NEDERKOORN: Leider gab es die KI noch nicht, als wir dieses Bild gemacht haben. Es war an einem kalten Februar-Tag an einem kleinen See in Drenthe in der Nähe des Hauses meiner Schwiegereltern. Sie standen fröhlich an der Seite, während ich blauäugig dastand. Das hat unsere Beziehung nicht verbessert, wie Sie sicher verstehen können.
Rudi Carrell, Linda de Mol, Harry Wijnvoord, Marijke Amado: Die Liste der niederländischen Prominenten im deutschen Fernsehen ist lang. Gibt es eigentlich auch Deutsche, die in den Niederlanden Karriere gemacht haben?
NEDERKOORN: Nach Johann Sebastian Bach, meinen Sie? Sehr wenig. Und das hat mich auch überrascht, als ich darüber nachgedacht habe. Das zeigt auch, dass die Niederländer letztlich sehr selbstbezogen sind. Wir können also noch viel von Euch lernen.
Den Obernburger Mühlstein, den Silbernen Reinheimer Satirelöwen und den zweiten Preis der Tuttlinger Krähe haben Sie schon gewonnen. Mit welchem – noch zu stiftenden – Preis könnten die Reeser Ihnen eine Freude machen?
NEDERKOORN: Ich kenne den Namen noch nicht. Aber wenn es vor dem Bürgerhaus jemals eine Skulptur von mir mit dem Koffer überm Kopf gibt, werde ich ohne Zweifel sofort nach Rees ziehen.
Infobox
„Die orangene Gefahr“ kommt am Samstag, 29. März, um 20 Uhr ins Reeser Bürgerhaus. Der Einlass beginnt um 19.15 Uhr. Restkarten sind zum Preis ab 27,50 Euro in der Touristen Information am Reeser Markt, im Avon Lädchen Millingen, im Emmericher Theaterbüro, im TIK Kalkar, beim Kulturbüro Niederrhein in Kleve oder online unter www.stadt-rees.de/shop erhältlich.
Mehr Infos unter www.patricknederkoorn.de